
Auffälligkeiten in der Spielweise der deutschen Nationalmannschaft in den ersten beiden Partien mit Bundestrainer Jürgen Klopp
Spielanlage
Die deutsche Nationalmannschaft hat nun zwei Spiele mit Jürgen Klopp als Cheftrainer absolviert. Das 1:1-Unentschieden auswärts gegen die Niederlande und die 0:1-Heimniederlage gegen Griechenland eignen sich dabei für das Trainerteam sehr gut, um Auffälligkeiten in der Spielweise zu analysieren sowie Erkenntnisse über die eingesetzten Spieler zu gewinnen.
Obwohl das Team im Vorfeld nicht viel Trainingszeit zur Verfügung hatte, sind in der deutschen Spielanlage einige Impulse von Jürgen Klopp zu erkennen. Dazu zählen der Fokus auf die Defensivarbeit sowie die Forcierung gefährlicher Kontersituationen. Gerade der schnelle Karim Adeyemi fiel dabei mit vielversprechenden Angriffsaktionen und Tormöglichkeiten auf.
Auch das für Klopp-Mannschaften charakteristische intensive Gegenpressing ist bereits in einzelnen Elementen sichtbar: Nach Ballverlusten in der gegnerischen Hälfte war ein aggressives Herausrücken zu erkennen, oft durch die zentralen Mittelfeldspieler Joshua Kimmich oder Felix Nmecha.

Grafik: GER-SER – Strukturiertes Gegenpressing nach Ballverlust
Weiterhin als Baustelle besteht im deutschen Spiel das Herausspielen von Torchancen gegen strukturiert und tief verteidigende Gegner. Selbstverständlich kann man noch keine mannschaftstaktisch eingespielten Abläufe erwarten oder einfordern, aber mit Blick auf die individuellen Qualitäten der ausgewählten Spieler sehr wohl ein höheres Maß an Spielkontrolle – etwa durch zielgerichtete Ballzirkulation und Spieltempo in Kombination mit Freilaufverhalten hinter die Kette sowie in die Zwischenräume.
Gegen voraussichtlich kompakt und aggressiv verteidigende Serben wird dies gewiss wieder erforderlich sein, um Chancen für einen Erfolg zu bekommen.
Ausblick auf das Spiel gegen Serbien
Serbien hat gegen Deutschlands bisherige beiden Gegner jeweils 1:2 verloren und war auch in den Statistiken jeweils unterlegen. Die Serben werden in München gegen die DFB-Elf sehr wahrscheinlich über viele Phasen des Spiels mit einem kompakten Abwehrblock antreten, aber auch immer wieder ins aggressive, hohe Anlaufen gehen.
Aufpassen müssen die deutschen Spieler auf Außenbahnspieler Andrija Živković, der mit viel Laufarbeit und Ballgewinnen über den Flügel kommt. Als Torschütze gegen Griechenland und mit seinem Schuss vor dem Tor gegen die Niederlande war er an beiden Treffern der Serben maßgeblich beteiligt.
Eine „Mailänder Mittelachse“ könnten Innenverteidiger Strahinja Pavlović vom AC Mailand und Mittelfeldspieler Aleksandar Stanković von Inter Mailand bilden, die auf robuste Weise für die Struktur im Spiel verantwortlich sind. Und noch ein „italienischer“ Faktor ist für Serbien prägend: Torhüter Vanja Milinković-Savić (SSC Neapel) konnte mit seinen Leistungen in beiden Spielen höhere Niederlagen verhindern.
Wer Donnerstagabend auf beiden Seiten von Beginn an spielen wird, ist in dieser langen Länderspielphase nicht seriös vorhersagbar.