
Intensität und Standardstärke gegen Positionsspiel und Dominanz – das Finale der konträren Ansätze
Das Finale um wichtigste Trophäe des europäischen Klub-Fußballs und dabei stehen sich Englands und Frankreichs Meister gegenüber.
FC Arsenal ist nach 22 Jahren wieder englischer Meister. Paris Saint-Germain ist momentan das vermutlich beste Team der Welt und Champions League Sieger 2025, somit Titelverteidiger, UEFA-Supercup-Sieger 25/26 und FIFA Interkontinental-Pokal-Sieger.
Mit Spannung schauen wir auf die taktischen Herangehensweisen beider Teams, so wird es ein Finale der Kontraste.
Wie kann Arsenal die Offensivpower von PSG stoppen?
Die vom Trainer Mikel Arteta vorgegebene Spielweise mit dauerhaft strukturierter Defensivarbeit gepaart mit hoher Intensität brachte Arsenal in England die Bezeichnung „Terrorball" ein. Auf diese Art und Weise wird die Mannschaft auch im Finale versuchen die brandgefährlichen Spieler von Paris ständig unter Druck zu setzen.
Nach Balleroberungen bringen sie dann ihre Effektivität im Umschaltspiel durch beispielsweise Viktor Gyökeres, Gabriel Martinelli, oder Bukayo Saka ein.
Gerade auf Kai Havertz, dem einzigen Deutschen im Champions League Finale, liegt ein besonderes Augenmerk in der Entwicklung von Torgefahr. Dem trickreichen Angreifer gelangen in den letzten beiden Spielen ein Tor und eine Vorlage. Aufgrund der Kombination aus technischen Fähigkeiten, Spielintelligenz und Zug zum Tor, nimmt er im Kader Arsenals eine besondere Rolle ein. Sein Trainer Arteta hält große Stücke auf ihn. Auch wenn er zuletzt häufig verletzt war, erhielt er den Vorzug sobald er wieder fit war. Auf diese Weise kann er auch für Deutschland bei der WM wichtig werden.
Sind Arsenals starke Standards eine Gefahr für PSG?
Hinzu kommt der große Trumpf der Londoner: über 30 Prozent aller ihrer Treffer nach Standardsituationen – ein Top-Wert. Diese sind mittlerweile bekannt und berüchtigt in ganz Europa und bleiben dennoch enorm schwer zu verteidigen. Hierbei verfolgen sie eine besondere Strategie: Sie platzieren eine Gruppe von Spielern auf „lang“ und im Rücken der Abwehrspieler, also außerhalb von deren Blickfeldern.
Mit der Flanke laufen diese Spieler ins Zentrum ein und sind so kaum zu verteidigen. Bei Standards vorne und sonst die Säulen im Abwehrzentrum sind William Saliba und Gabriel. Hohe Hereingaben können für die Gunners auch gegen Paris ein durchaus gewinnbringendes Mittel werden, gerade wegen der körperlichen Überlegenheit von Arsenal gegenüber kleineren Spielern von Paris.

Grafik: Arsenals Positionierung bei einer Ecke
Welche Mannschaftsteile können entscheidend sein?
Diese strukturiert auftretenden Londoner werden nun im Champions League Finale von der starken Offensive von Paris Saint-Germain gefordert. Im dynamisch interpretierten 4:3:3-System zeigt sich deren Dominanz durch Spielkontrolle mit temporeichem Kombinationsfußball. Das Team funktioniert als Mannschaft und hat darüber hinaus etliche Spieler von außergewöhnlicher Qualität.
Die Offensive umfasst Weltfußballer Ousmane Dembélé, Désiré Doué oder Khvicha Kvaratskhelia, die allesamt ein Spiel im Alleingang entscheiden können.
Das enorm spielstarke Mittelfeld um Vitinha, Fabián Ruiz oder João Neves bildet das Herzstück der Franzosen und beeinflusst maßgeblich die Spielgeschwindigkeit.
Sollten die beiden Weltklasse-Außenverteidiger Nuno Mendes und Achraf Hakimi fit sein, stoßen sie bei Angriffen regelmäßig bis ins Angriffsdrittel vor!
Interessant wird sicher, wie gut Arsenals Außenverteidiger performen. Timber, Hincapié, Calafiori oder Lewis-Skelly sind alle sehr gute Spieler, jedoch wird die geballte Pariser Offensivstärke eine der größten Aufgaben, die sie bis jetzt erlebt haben.

Grafik: PSG Offensiver Halbraum und Angriff mit ihrem rechten Außenverteidiger
Wer ist warum Favorit?
Fazit: Intensität und Standardstärke gegen Positionsspiel und Dominanz - einen klaren Favoriten auszumachen ist äußerst schwierig, das macht es dieses Jahr gerade so spannend. Wer im Finale in den entscheidenden Momenten seine Stärke ausspielt, gewinnt dieses Jahr!
Unter dem Strich ist für mich Paris Saint-Germain der Favorit: Sie sind eingespielt und haben in der K.O.-Phase mehrfach Drucksituationen gemeistert, wie beispielsweise in den intensiven Duellen gegen den FC Bayern München. Während sie insbesondere über spielerische Mittel konstant torgefährlich sind, sind Arsenals Stilmittel um Tore aus dem Spiel zu erzielen nicht derart ausgeprägt.
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