Im Pokalfinale treffen die beiden besten Offensivreihen der Bundesliga aufeinander – mit klaren Vorteilen für den FC Bayern!

Im DFB-Pokalfinale in Berlin ist der FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart klarer Favorit.

Die Bayern legen eine historisch gute Saison hin, nicht nur wegen des neuen Torrekords (122 Treffer) und aufgrund der Tatsache, dass sie in der Liga einen Start-Ziel-Sieg erreicht haben. Nun wollen sie das Spieljahr mit dem Double krönen. Die Münchner erreichten mit 89 Punkten in der Bundesliga die viertbeste Bilanz aller Zeiten! Mit nur einer Niederlage (1:2 gegen Augsburg) kamen die Bayern durch die Saison, was ihnen bisher nur 1986/87 und 2012/13 gelang. In der UEFA Champions League besiegten sie zweimal Real Madrid und mussten sich in zwei intensiven Halbfinal-Spielen Titelverteidiger PSG, der momentan besten Mannschaft der Welt, knapp geschlagen geben.

Im Pokalfinale wird einmal mehr die bayrische Torfabrik auf Torejagd gehen: mit Harry Kane, der mit 36 Toren zum dritten Mal Bundesliga-Torschützenkönig wurde, mit Michael Olise, bester Vorlagengeber (19*) und selbst torgefährlich (15 Tore) und mit Luis Díaz (15 Tore und 14 Vorlagen) hat die Angriffsreihe der Münchner in dieser Bundesliga-Saison die Marke von 100 Scorer-Punkten – 66 Tore, 38 Torvorlagen, 104 Punkte – übertroffen.

* Bundesliga | Statistiken 2025/26 | Spieler | Vorlagen / kicker führt abweichende Zahlen.

Wie kann der VfB Stuttgart Favorit Bayern gefährlich werden?

Auch die Stuttgarter hatten einen erfolgreichen Bundesligaabschluss und konnten am letzten Spieltag durch das 2:2 in Frankfurt Platz vier und die damit verbundene direkte Qualifikation zur Champions League verteidigen.

Die Schwaben stehen mit der Spielphilosophie von Sebastian Hoeneß für einen spielerischen, offensiven und mutigen Ballbesitzfußball. Der Trainer legt großen Wert auf Spielkontrolle, Positionsvariabilität und Passsicherheit.

Im zentralen Mittelfeld der Schwaben ist der beim FCB ausgebildete Angelo Stiller kaum wegzudenken – mit präzisem Passspiel und ausgezeichnetem Spielverständnis gilt er als Taktgeber. Über die Außenbahnen bringen Maximilian Mittelstädt und Chris Führich Schnelligkeit und Stärke im Dribbling mit und sorgen so immer wieder für gefährliche Situationen vor dem Tor. Hoeneß bindet die Außenverteidiger stark in das Offensivspiel ein, nutzt das offensive Flügelspiel und die Halbräume für Positionswechsel, um situative Überzahl zu schaffen.

Mit zwei Knipsern und einem top Flankengeber haben die Stuttgarter außerdem sehr torgefährliche Spieler in ihren Reihen: Deniz Undav stellte mit 19 Saisontoren einen neuen persönlichen Rekord auf und Ermedin Demirović traf in drei der letzten vier Bundesligaspiele, sowie insgesamt ebenfalls zweistellig (zwölfmal). Zusammen erzielten Undav und Demirovic also 31 Saisontore und sind das torgefährlichste nicht-bayerische Duo der Bundesliga-Saison. Außerdem stellt der VfB in Jamie Leweling den besten Flankengeber zum Torerfolg dieser Bundesliga-Saison.

Nur die Bayern schossen in dieser Bundesliga-Saison mehr Tore als der VfB Stuttgart mit seinen 71 Treffern, dessen Offensive ein echtes Vorzeigestück ist. Variabel und dynamisch spielen sie nach vorne, die spielerische Lösung stets im Vordergrund – 62 Treffer aus dem laufenden Spiel heraus sind nach den Bayern die zweitmeisten.

Welche Bayern-Stärken kommen gegen den VfB besonders gut zum Tragen?

Laut Spieldaten weist der VfB Stuttgart Mängel beim Umschalten in die Defensive auf. Demnach musste kein Team mehr Gegentore nach einem Konterangriff als Stuttgart hinnehmen (elf Gegentore). Genau hier kann das außergewöhnlich gute offensive Umschaltspiel der Münchner (elf Kontertore, Bestwert der Bundesliga) ansetzen. Bayern wird folglich versuchen, den spielerischen Ansatz der Stuttgarter mit hohem Pressing unter Druck zu setzen, um entsprechende Balleroberungen in aussichtsreicher Position für eigene Torgefahr zu nutzen.

Noch ein spannender Fakt aus den Daten ist, welche Qualität beide Mannschaften von der Bank bringen können: So erzielten die Münchner 21 Tore und die Stuttgarter 17 Tore in der Bundesliga durch eingewechselte Spieler.

Grafik: Den Bayern gelingt die Balleroberung durch mannorientiertes Pressing und sie nutzen die kurzzeitig größeren Abstände der Stuttgarter aus, um schnell vertikal zu spielen und zur Torchance zu kommen

Erkenntnisse aus dem jüngsten Aufeinandertreffen in der Bundesliga:

Beim letzten Duell in der Bundesliga Mitte April setzte sich Bayern durch strukturierte Ballbesitzdominanz mit 4:2 durch. Die Münchner kontrollierten das Spiel über einen flexiblen Dreier-Aufbau mit einrückenden Außenverteidigern und Überladungen im Zentrum, die Stuttgarts Verteidiger aus ihrer Position zogen. Die dadurch entstehenden

Räume hinter der Kette nutzten die Münchner konsequent mit Chipbällen und diagonalen Tiefenläufen. Stuttgart begegnete dem in der ersten Hälfte mit aggressivem Pressing und direkten Vertikalangriffen über Führich und Leweling, was den Bayern etwa 30 Minuten lang Schwierigkeiten bereitete. Doch noch vor der Pause drehte der FCB einen 0:1-Rückstand in eine 3:1-Führung. Der VfB stellte in den zweiten 45 Minuten auf eine tiefere Defensive um, Bayern kam trotzdem weiter zu Chancen. Der FC Bayern sicherte sich mit dem Heimsieg gegen Stuttgart am 30. Spieltag die Meisterschaft.

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