Ein Block statt zwei Pausen: Der neue Herbstkalender und die Bundesliga-Hinrunde 

Die Bundesliga ist am 28. August in die Saison 2026/27 gestartet, eine Woche später als üblich. Folgenreicher ist ein Datum vier Spieltage danach: Am 21. September greift zum ersten Mal die FIFA-Reform der Abstellungsperioden. 

Der Beschluss 

Der FIFA-Rat verabschiedete den internationalen Spielkalender für 2025 bis 2030 bereits 2023, einstimmig und unter Beteiligung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Wirksam wird er erst jetzt. Statt zweier getrennter Neun-Tage-Fenster im September und Oktober gibt es ein zusammenhängendes Fenster von 16 Tagen mit vier Länderspielen. März, Juni und November bleiben bei neun Tagen und zwei Spielen. 

Die Zahl der Länderspiele bleibt gleich. Verändert hat sich ihre Verteilung. Die FIFA spart durch die Bündelung nach kicker-Berechnung rund drei Tage, überwiegend Reisetage. 

Die Hinrunde 2026/27 

Der Ligabetrieb wird bis zur Winterpause nur noch zweimal unterbrochen statt dreimal: vom 21. September bis 6. Oktober und vom 9. bis 17. November. Nach dem 14. Spieltag, angesetzt auf den 18. bis 20. Dezember, pausiert die Bundesliga. 

Bisher traf die erste Unterbrechung die Liga nach dem zweiten oder dritten Spieltag. Jetzt spielt sie vier Spieltage am Stück, den vierten am 18. bis 20. September. Danach fallen zwei Wochenenden hintereinander aus. 

Die UEFA hat ihre Ansetzungen angepasst. Die Ligaphase der Nations League verteilt die Spieltage 1 bis 4 auf den Zeitraum vom 24. September bis 6. Oktober, die Spieltage 5 und 6 liegen im Novemberfenster. Der Europapokal beginnt davor; der erste Spieltag der Europa League ist auf den 16. und 17. September datiert. 

Wie dicht der Block für abgestellte Spieler wird, zeigt der Plan der deutschen Nationalmannschaft: 24. September in den Niederlanden, 27. September gegen Griechenland, 1. Oktober gegen Serbien, 4. Oktober erneut gegen Griechenland, diesmal auswärts. Vier Spiele in elf Tagen, mit Abständen von drei bis vier Tagen. 

Zwei Belastungsprofile in einem Kader 

Dieser Rhythmus fällt unter die Definition, mit der die Sportwissenschaft verdichtete Phasen abgrenzt. Der systematische Review von Page und Kollegen (Sports Medicine 2023, Band 53, Heft 3) setzt die Schwelle bei mindestens zwei Spielen mit höchstens vier Tagen Erholung. Fünf der acht eingeschlossenen Studien fanden in solchen Phasen eine erhöhte Verletzungsinzidenz im Spiel, bei kürzerer durchschnittlicher Ausfalldauer. 

Dazu kommen die Reisewege. Eine Auswertung in der Zeitschrift Sports (2024) verglich die 28 Tage vor 1.270 Verletzungen mit Kontrollfällen und fand bei den verletzten Spielern höhere Spiel- und Reisewerte. Die Autoren empfehlen, in den ersten 48 Stunden nach einer Abstellung keine Spiele anzusetzen. 

Der übrige Kader steht 16 Tage ohne Wettkampf im Training. Auch dazu gibt es einen Befund: Eine akute Unterbelastung an Spielexposition erhöht ihrerseits die Anfälligkeit für Muskelverletzungen, besonders im hinteren Oberschenkel. Die Klubs haben damit zwei Belastungsfragen zugleich zu lösen, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. 

Weiter trägt die Literatur nicht. Die Studien messen Spieldichte, Erholungsintervalle und Reisewege. Ob gebündelte Abstellungsperioden für die Klubs günstiger ausfallen als verteilte, hat niemand untersucht, weil es die Konstellation vorher nicht gab. Die Verdichtungsforschung erklärt das Risiko innerhalb des Fensters. Über die Saisonbilanz sagt sie nichts, denn zugleich entfällt eine Unterbrechung. 

Die häufig zitierten FIFPro-Umfragewerte, wonach 55 Prozent der Profis mindestens eine Verletzung auf Terminverdichtung zurückführen und 65 Prozent internationale Reisen als Belastung für ihre Regeneration einstufen, stammen von der Spielergewerkschaft. Sie geben die Position einer Interessenvertretung wieder, keine Messwerte. 

Was in dieser Saison beobachtbar wird 

Drei Größen lassen sich ohne Zugriff auf klubinterne Daten verfolgen: die Einsatzminuten abgestellter Spieler an den beiden Spieltagen nach dem Fenster, die Rotationsquoten der Klubs mit hohem Nationalspieleranteil und die Ausfallmeldungen in den zwei Wochen nach dem 6. Oktober. 

Für eine belastbare Aussage reicht eine Saison nicht. Es ist die erste unter der neuen Regelung und der WM-Sommer wirkt als Störgröße, weil die Vorbereitungszeit für Turnierteilnehmer kürzer ausfiel. Eine Vergleichsreihe entsteht frühestens mit der Saison 2027/28.