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Urs Siegenthaler schiebt Scouts an

Urs Siegenthaler schiebt Scouts an

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler bereicherte mit seinem Wissen die Teilnehmer des Hochschulzertifikats „Scouting im Fußballsport“. In Ismaning sprach der Vertraute von Jogi Löw über spannende Spielentwicklungen. Und sogar über die Französische Revolution.

 

Er ist der Mann, dem Jogi Löw vertraut. Er ist der Mann, der die Gegner der deutschen Nationalmannschaft analysiert. Er ist der Mann, der unsere Zertifikatsteilnehmer mit seiner Erfahrung und seinem Wissen bereichert.

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler gab den Teilnehmern des Hochschulzertifikats „Scouting im Fußballsport“ einen spannenden Einblick seiner Arbeit. Drei Stunden lang tat er das, was der Schweizer seit 14 Jahren für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tut: Gas geben. Und genau das erwartete er auch von seinen Zuhörern in den Räumlichkeiten der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning.

„Ich bin voller Tatendrang. Ich bin bereit, Sie anzuschieben. Ich versuche, Sie zu begeistern. Wenn Sie bereit sind, mir zuzuhören und alles andere zu vergessen, werden diese Themen Sie so stark berühren wie mich. Alles, was ich mit Ihnen bespreche hat nichts mit Theorie zu tun, sondern damit, dass wir am Ende über die Französische Revolution sprechen“, stieg Siegenthaler ein.

Als er ausstieg, war allen angehenden Scouts klar, was er damit gemeint hatte. Die Individualisierung des Trainings sei eine genauso große Neuerung wie die Abschaffung des klassischen Zehners in der französischen Nationalmannschaft. „Chapeau, Didier Deschamps!“ Siegenthaler lobte den Weltmeistertrainer von 2018, ohne seine große Wertschätzung für Jogi Löw in Frage zu stellen. Mit dem Bundestrainer verbindet Siegenthaler mittlerweile eine Freundschaft und der große Wille, sich ständig selbst zu hinterfragen und Deutschland wieder zurück an die Weltspitze zu führen.

Wie man dort hinkommt, weiß Siegenthaler. Auch dank seiner Arbeit und Expertise holte Deutschland 2014 den vierten Stern.

Programmleiter Prof. Dr. Jürgen Buschmann, der als Verantwortlicher beim DFB für die Spielanalyse und das Scouting von 2005 bis 2015 mit Siegenthaler eng zusammenarbeitete, bilanzierte den tollen Tag deshalb mit einem eindeutigen Fazit: „Wir haben im Scouting in den vergangenen Jahren eine Entwicklung vom Mittelalter in die Neuzeit erlebt. Weltweit ist keiner kompetenter als Urs Siegenthaler in diesem Bereich.“

Mit seinem 71 Jahren ist Siegenthalers Engagement ungebrochen. Und so war es für ihn selbstverständlich, dass er sich am Abend – gemeinsam mit den Red-Bull-Salzburg-Experten Dr. Alexander Schmalhofer (Head of Match Analysis and Innovation) und Christopher Vivell (Head of Recruitment) – beim Kaminabend in privater Atmosphäre den Fragen der angehenden Scouts stellte.