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Entscheider positionieren sich auf dem Fußball-Gipfel in Bern

Entscheider positionieren sich auf dem Fußball-Gipfel in Bern

Gegen die geplante Reform der Championsleague, aber für Innovationen in den Stadien

Der FUSSBALL KONGRESS im Stade de Suisse in Bern präsentierte sich inhalts- und meinungsstark. Der Schweizer Liga-Chef Claudius Schäfer rief zu einer Bewegung gegen die von der UEFA geplante Umstrukturierung der Champions League auf. IFI-Direktor Florian Kainz betonte beim Blick auf die Fußballarenen der Zukunft die Wichtigkeit der Eventisierung.

In der Heimstätte des BSC Young Boys –  des alten und neuen Schweizer Meisters – diskutierten Entscheidungsträger und Experten über aktuelle Entwicklungen im Fußball. Dabei ging es beim FUSSBALL KONGRESS in Bern, bei dem das IFI als wissenschaftlicher Partner agierte, auch um die angedachte Umstrukturierung der Champions League.

Der Schweizer Liga-Chef Claudius Schäfer forderte in einem emotionalen Statement alle Klubvertreter dazu auf, sich lautstark gegen die geplante Reform der Königsklasse ab 2024 zu positionieren: „Es wird eine geschlossene Champions League. 24 Teilnehmer werden fix sein. Vier werden von unten kommen, von der heutigen Europa League. Es muss eine Bewegung geben, die gegen diese Ansinnen kämpft. Damit die UEFA merkt, es sind nicht nur die Ligen und ein paar kleinere Klubs, die hier aufbegehren. Nein, es sind eigentlich alle. Das will gar niemand.“

Schäfer ergänzte: „Es soll doch weiterhin der Traum von jedem Klub sein können, auch mal gegen Real Madrid oder Bayern München zu spielen. Wenn es das nicht mehr gibt, dann verlieren wir alle.“

Um in der Zukunft mit dem eigenen Stadion im nationalen und internationalen Konkurrenzkampf zu gewinnen, lenkte IFI-Direktor Prof. Dr. Florian Kainz den Fokus bei seinem spannenden Impulsreferat auf die Fußballarenen der Zukunft: „Das Thema Smart Stadium ist in aller Munde. Dabei geht es um einen ganzheitlichen Einsatz intelligenter, digitaler Technologien in Arenen und Stadien zur Steigerung von Fanerlebnis Stadionsicherheit, Effizienz, Nachhaltigkeit sowie Wirtschaftlichkeit.“

Kainz lieferte empirische Ergebnisse zu Perspektiven und Erwartungshaltungen aus Sicht der Fans und Stadionbetreiber und bilanzierte: „Das Eventisieren wird immer wichtiger. Zudem will sich der Stadionbesucher wohl und sicher fühlen. Die junge Zielgruppe wird zum Teil nicht von den Klubs erreicht. Die Vereine müssen sich aber die Frage stellen, was diese Zielgruppe wirklich will, wenn man in fünf, zehn Jahren keine halbleeren Stadien will.“

 

Dazu gehöre es, innovativ zu denken und auch die Möglichkeiten der Digitalisierung im Sinne des Fanerlebnisses zu nutzen. Zustimmung erhielt Kainz von Young-Boys-CEO Wanja Greuel: „Ich glaube, dass es sich in zehn Jahren kein Fußballverein mehr leisten kann, dass nicht jeder Besucher im Stadion volle Konnektivität mit seinem Smartphone hat. Das geht einfach nicht mehr. Ich glaube auch, dass in 15 Jahren keine Münze Bargeld mehr im Umlauf eines Stadions sein wird. Die Gesellschaft wird sich im Zuge der Digitalisierung rasant weiterentwickeln. Wenn man da nicht gewappnet ist, kann einem das um die Ohren fliegen.“

Vor zehn Jahren wurden die FUSSBALL KONGRESSE als Treffpunkt für Entscheider, Experten und Unternehmen aus dem Fußball und Sport Business gegründet. Und sind mittlerweile eine „stetig wachsende Plattform, die auch in Bern erneut ihren Mehrwert im Fußball bewiesen hat“, freute sich Initiator Anton Pichler über eine äußerst gelungene Veranstaltung.