Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

Aktuell bestehen zwei Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Akademie des Deutschen Fußball Bundes zu den Themenfeldern Trainerkompetenzen und Trainerbiographien.

Studie: „Kompetenzen von Trainern im deutschen Profifußball“

Wissenschaftlicher Projektleiter: Prof. Dr. Florian Kainz

Projektdurchführung: Anselm Küchle

Thema Kompetenzprofile von Trainern im Profi- & Nachwuchsfußball ‐ Eine empirische Untersuchung zu den Anforderungen von Trainern
Ausgangslage / Situation Bereits seit dem Jahr 1947 bildet der Deutsche Fußball Bund seine Trainer in ganz Deutschland aus, um auf die Herausforderungen des Trainerberufes vorbereitet zu sein (Wormuth & Niedzkowski, 2010). Die Deutsche Trainerausbildung genießt im internationalen Vergleich einen guten Ruf, insbesondere die höchste Trainerauszeichnung des „Fußball-Lehrers“ ist sehr angesehen (Rutemöller, 2007). Besonders in den letzten Jahren erleben Trainer aus den Nachwuchsleistungszentren immer häufiger die Beförderung auf den Trainerstuhl ihrer Profimannschaft (Augsburger Allgemeine, 2017). Diese Entwicklung lässt die Frage aufkommen, mit welchen Fähigkeiten diese Trainer begeistern können. Kaß (2013) nahm sich im Zuge seiner Dissertation zum Ziel, konkrete Anforderungsprofile von Trainern zu erörtern und daraufhin Optimierungsvorschläge für die Fußball-Lehrer Ausbildung zu geben. Rudimentär fand ebenso ein Abgleich des Kompetenzbegriffs mit den Kompetenzen der Hennes-Weißweiler-Akademie statt, eine tiefgehende theoretische Fundierung und die Ermittlung von Ist- sowie Soll-Kompetenzprofilen fand jedoch keine Anwendung. Insgesamt führt kein Weg am Kompetenzbegriff vorbei. Denn dieser hat laut Gnahs (2007) an Bedeutung gewonnen und ist gar zu einem Schlüsselbegriff in der wissenschaftlichen und bildungspraktischen Realität geworden.
Zielsetzung Studie Ermittlung der Kompetenzen eines Profitrainers im Herrenbereich der 1. bis 3. Liga.
Kreation einer Kompetenzmatrix für Trainer der 1. bis 3. Liga in Deutschland.
Ermittlung der Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung der Trainer.
Abgabe von Empfehlungen für die Ausbildungscurricula des Deutschen Spitzenverbandes.
Anwendung und Anpassung des Kompetenzmodells nach Heyse & Erpenbeck (2007) auf den Fußball.
Ableitung von neuen Anforderungsprofilen von Fußballtrainern im Leistungsnachwuchsfußball.
Zentrale Fragestellungen Wie sieht ein konkretes Kompetenzmodell für Profifußballtrainer aus?
Welche IST- und Soll-Kompetenzprofile ergeben sich für Fußballtrainer?
Welche Handlungsempfehlungen können für die Trainerausbildung gegeben?
Methodik In der Studie wird ein Mixed-Methods Ansatz verwendet (Kuckartz, 2014, S.33): „Unter Mixed-Methods wird die Kombination und Integration von qualitativen und quantitativen Methoden im Rahmen des gleichen Forschungsprojekts verstanden. Es handelt sich also um eine Forschung, in der die Forschenden im Rahmen von ein- oder mehrphasig angelegten Designs sowohl qualitative als auch quantitative Daten sammeln.“ Die empirische Untersuchung besteht aus zwei „Kernelementen“. In einer Vorstudie werden ausgewählte Personen mittels qualitativer Experteninterviews befragt, um den Kompetenzatlas nach Heyse & Erpenbeck (2007) zu reduzieren. In der Hauptstudie werden schließlich alle Sportdirektoren und alle Trainer der 1. bis 3. Liga mit Hilfe des reduzierten Kompetenzatlanten befragt um Aussagen über das Trainer-Selbstbild  (IST/SOLL) und das Fremdbild (IST/SOLL) zu erlangen.
Empirische Feld Trainer der 1. bis 3. Liga, N= 56
Trainer der Nachwuchsleistungszentren: N=12
Sportdirektoren der 1. bis 3. Liga, N= 56
Erwarteter Nutzen Für die Praxis:
Kompetenzbasierte Modifizierung der Trainerausbildung
Unterstützung beim Recruiting für neue Trainer (Kompetenzbasiertes Interview)
Mittel zur Evaluation der Trainer
Quantifizierung und Objektivierung der TrainerkompetenzenFür die Forschung:
Erstellung von Kompetenzprofilen im Fußball
Möglichkeit des Vergleichs mit Berufsfeldern aus der Wirtschaft und anderen Sportarten

 

Studie: „Trainerbiographien und Karrierewege im deutschen Profifußball“

Wissenschaftlicher Projektleiter: Prof. Dr. Florian Kainz

Projektdurchführung: Julian Lauer

Thema Trainerbiographien und Karrierewege im deutschen Profifußball
Ausgangslage / Situation Das Forschungsprojekt knüpft an der bereits durchgeführten Studie „Trainerwerdegänge in der 1. und 2. Fußball-Bundesliga“ (Kainz & Lauer, 2016) an. In der primären Studie wurden alle Trainer aus dem Zeitraum der Saison 2001/2002 bis einschließlich 2015/2016 erfasst und hinsichtlich ihrer Werdegänge untersucht. Die Gesamtstichprobe umfasste N = 96 Trainer. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Karrierewegen hin zum Cheftrainer im deutschen Profifußball konnten dadurch erfasst werden.
Zielsetzung
Studie
In der anstehenden Studie soll ein aktueller Überblick über Merkmale der Karrierewege von Trainern im deutschen Profifußball gegeben sowie mögliche Veränderungen dieser Merkmale identifiziert werden. Darüber hinaus wird versucht bestimmte Trainerprofile mit gleichen oder ähnlichen Karriereverläufen zu clustern und Einflussfaktoren auf die Ausprägung des späteres Erfolgs der Trainer zu benennen.
Zentrale Fragestellungen Wie sehen die Werdegänge von Trainern der ersten drei Profiligen in Deutschland aktuell aus?
Haben sich die Karrierewege von Trainern im betrachteten Untersuchungszeitraum hinsichtlich bestimmter Merkmale verändert?
Sind quantitative Unterschiede bezüglich der Werdegänge zu erfassen hinsichtlich der Liga, in der ein Trainer im Amt ist?
Lassen sich quantitativ Variablen extrahieren, die einen besonderen Einfluss auf den weiteren Verlauf
der Trainerkarriere vorweisen (Erfolgsfaktoren)?
Lassen sich bestimmte Trainerprofile mit gleichen oder ähnlichen Werdegangsmerkmalen aus den erhobenen Daten clustern?
Methodik Quantitative Datenerhebung und -auswertung basierend auf einer Desktop Research (Sekundärforschung)
Datenerhebung und Auswertung mittels Analysesoftware SPSS
Empirische Feld Gesamtstichprobe N = 191 (Vollerhebung)
Alle Trainer, die als Cheftrainer im Zeitraum zwischen der Saison 2001/2002 und 2017/2018 in einer der drei Profiligen Deutschlands debütierten.
Anteil deutscher Trainer n = 129
Anteil ausländischer Trainer n = 62
Erwarteter
Nutzen
Überblick über den aktuellen Stand aller Trainer der deutschen Profiligen hinsichtlich biografischer Merkmale ihrer Karrierewege sowie Ermittlung von möglichen Erfolgsfaktoren
Ableitung möglicher Konsequenzen für die Individualisierung der Trainerausbildung des DFB basierend auf  den verschiedenen Karrierewegen